Aktivitäten im Schuljahr 2014/15 im Rahmen der Initiative Schule ohne Rassismus – Schule mit Courag


10.12.2014: Durchführung eines fächerübergreifenden Projekts Geschichte-Sozialkunde in der 10. Jahrgangsstufe zum Thema „Kinder“. Dabei wurden neben der Situation der „Russenkinder“ am Ende des 2. Weltkrieges auch aktuelle Aspekte wie Kinderarbeit weltweit, Kinderarmut in Deutschland sowie die Lage unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland thematisiert.

23.3.2015: Frau Andlauer, eine ehemalige Lehrerin aus Dachau, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Historie des »International D.P. Children's Center Kloster Indersdorf«, in dem nach dem 2. Weltkrieg jüdische Kinder untergebracht waren, bekannt zu machen und deren Biografien zu erforschen. Als Vorbereitung für den Besuch von Herrn Reinstein schilderte sie der 11. Jahrgangsstufe ihre Arbeit und zeigte einen Film über das Leben in dem Kinderlager Kloster Indersdorf.

24.4.2015: Einen Höhepunkt im Schuljahr stellte der Besuch des Zeitzeugen Samuel Reinstein dar, der den Holocaust überlebt hat. Herr Reinstein (geboren 1930 in Polen) schilderte äußerst beeindruckend seine Kindheit bis zur Besetzung Polens durch die Nazis 1940, seine Jugend als jüdischer Junge im Ghetto und auch die Gräueltaten, die er in verschiedenen Konzentrationslagern und auf dem Todesmarsch von Flossenbürg Richtung Süden erleben musste.

9.7.2015: Angesichts des großen Andrangs an Flüchtlingen im Jahre 2015 gewann das Thema des fächerübergreifenden Projekts „Migration“ in der 10. Jahrgangsstufe zusätzlich Aktualität. In den Arbeitsgruppen wurde aus historischer Sicht die Situation von Gastarbeitern und Spätaussiedlern behandelt, während sich die sozialkundlichen Themen mit den Motiven der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, mit den Routen, aber auch mit der Verteilung in Europa (Dublin II) und Deutschland (Königsteiner Schlüssel) befassten. Auf großes Interesse stieß der Besuch einer Lehrerin und einer Sozialpädagogin, die von authentisch von ihren Erfahrungen in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Regensburg berichteten. Weit über 30 Schüler zeigten ihr Engagement und nutzten die Gelegenheit zu einem Besuch, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen.

  22.7.2015: Die 11. Jahrgangsstufe besucht den preisgekrönten Film „Die Arier“, in dem sich die Filmemacherin Bo Asumang auf die Suche nach den „wahren“ Ariern macht. Der Mut dieser Frau – ihr Vater stammt aus Afrika - ist bewundernswert, sucht sie doch das Gespräch mit Neonazis in Deutschland wie mit Anhängern des KuKluxKlan in den USA und deckt schonungslos deren rassistische und menschenverachtende Ideologie auf. Die angeregte Diskussion mit Bo Asumang war für alle Beteiligten ein Erlebnis.