Sind Verbote zum Schutz der Menschen vor Drogenkonsum sinnvoll?

(von Leopold Lucius, 10c)

Sehen Sie im Fernsehen auch immer häufiger Berichte über Drogenmissbrauch auf Parties durch Jugendliche, bei denen Menschen verletzt werden? Beispielsweise durch das sogenannte ,,Komasaufen“. Dabei trinken Menschen so lange, bis ihr Alkoholpegel einen Wert überschreitet, der gesundheitsgefährdend ist. Sie werden dann im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt,um ihre Chance auf Überleben zu erhöhen.

Denken Sie allerdings, dass sich solche Szenen nur aufgrund einer fehlenden Fürsorge seitens der Eltern abspielen können, erliegen Sie einem Irrtum. Denn einem Experten zufolge ,,hat der Staat die Aufgabe, aufzuklären und den Menschen zu schützen. Und wenn die Aufklärung allein nicht reicht: Gesetze zu erlassen“ (vgl. Robert Reick, ,,Cannabis ist keine Spaßdroge“, in: fluter Nr. 37/2010, 5), so Maria Eichhorn, die ehemalige Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Doch wenn Drogen, also ,,jeder Wirkstoff, der in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag, nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation“ (vgl. www.gbe-bund.de>glossar>Drogen, aufgerufen am 12.11.2017), so häufig missbraucht werden,dass es sogar Berichte im Fernsehen darüber gibt, stellt sich mir die Frage, ob Menschen durch Verbote von solchen Wirkstoffen vor übermäßigem Drogenkonsum geschützt werden müssen, Dazu muss gesagt werden, dass es nicht nur ,,harte Drogen“ wie Heroin oder Crack gibt, sondern auch Substanzen, die in Deutschland und anderen Ländern weit verbreitet sind und nicht nur bei jungen Menschen angesagt oder zur Kultur geworden sind wie beispielsweise Alkohol oder Zigaretten.

Deshalb werden im Folgenden die Nachteile von weiteren Drogenverboten erläutert.

Derzeitig vorhandene Gesetzte schützen zu dem den Konsumenten nicht vor dem Konsum, weshalb weitere Gesetze wahrscheinlich auch nicht vor übermäßigem Konsum schützen werden. Das liegt daran, dass die derzeitigen Gesetze vermutlich nicht konsequent mit polizeilicher Hilfe durchgesetzt und Straftäter nicht ausreichend verurteilt werden. Außerdem schränken die Straftäter ihren Konsum nicht rückwirkend auf ihre Straftat ein oder unterbinden ihn gar. ,,Rund zwei Millionen vor allem junge Menschen konsumieren in Deutschland regelmäßig Cannabis, etwa 600.000 von ihnen weisen einen missbräuchlichen oder abhängigen Konsum auf“(vgl. Petra Bäumer, Wie kriegt man das geregelt?, in: fluter Nr. 37/2010, 41), was zeigt, dass der Konsum von illegalen Drogen wie Cannabis nicht durch die derzeitigen Gesetzte unterbunden werden kann. Zudem ,,gehen Schätzungen davon aus, dass rund 200.000 Menschen in Deutschland illegale Drogen, das heißt Opiate, Kokain und Amphetamine, sehr riskant konsumieren“ (vgl. ebd.), was letztlich auch von der vermutlich inkonsequenten Umsetzung der derzeitigen Gesetzte. Und weil die derzeitigen Gesetze nicht ausreichend gegen den Konsum schützen, werden zusätzliche Gesetze zukünftig vor dem übermäßigen Konsum vermutlich auch nicht schützen.

Der zweite und schwerwiegendere Gesichtspunkt, der gegen weitere Verbote in Gesetzesform spricht, ist die mit den Drogen verbundene Illegalität bei der Beschaffung. Wenn Drogen nämlich legal bezogen werden könnten, würde Dealern und Kartellen, deren Geschäfte auf der Illegalität von Drogen beruhen, die Grundlage ihres Gewerbes entzogen und die Beschaffungskriminalität vermutlich gesenkt werden. Denn Dealer töten zum Beispiel in Mexiko Menschen, die ihre Drogen nicht mehr bezahlen können. Warum sollten noch mehr Gesetze erlassen werden, um die Geschäfte der Dealer voran zu treiben? „Besonders häufig ermorden die Todeschwadrone der Drogenmafia Unschuldige und Jugendliche“ (Klaus Ehringfeld, Staat der Gewalt, in: fluter Nr. 37/2010,17). Dies muss gestoppt werden! Weitere Gesetze mit dem Ziel, die Konsumenten zu schützen, unterstützen die Dealer bei ihren Geschäften, wodurch weitere Morde gefördert werden könnten. Beispielsweise sind ,,eine knappe halbe Stunde Fahrt von dem mexikanischen Ort Ciudad Juarez entfernt, in dem Dorf Praxedis G. Guerrero, 8500 Einwohner verängstigt, auf Grund des dort herrschenden Banden- und Drogenkriegs und dem damit zusammenhängenden Tod eines erschossenen Polizeichefs und eines gestürmten Bürgermeisters“ (vgl. ebd.). Dies zeugt von der Brutalität der Drogenkartelle. Deshalb sollten weitere Gesetze gegen übermäßigen Drogenkonsum in Deutschland nicht erlassen werden, damit solch' hohe Zahlen wie ,,knapp 3000 Opfer jedes Jahr“ (vgl. ebd.) nicht auch hier zu beklagen sind.

Anhand dieser Beispiele wurde aufgezeigt, dass die derzeitigen Gesetze den Konsum nicht unterbinden können und dass der Staat indirekt die Geschäfte der Drogenmafia durch die aktuellen Gesetze unterstützt. Wegen dieser Nachteile bin ich der Meinung, dass weitere Verbote zum Schutz der Drogenkonsumenten nicht sinnvoll und deshalb hinfällig sind.

Darum spreche ich mich gegen weitere Gesetze gegen übermäßigen Drogenkonsum aus. Ich hoffe, dass die derzeitigen Gesetze konsequenter durchgesetzt werden und bei der Verurteilung von Konsumenten aufgrund von illegalen Substanzen härtere Strafen verhängt werden, um rückwirkend positiven Einfluss auf das Leben eines Konsumenten zu haben.